Ballonfahrt Kiel – Schilksee-Wakendorf

Bericht einer Ballonfahrt von Kiel am 15.07.2018 begonnen zwischen Friedrichsort und Schilksee …  Dem geneigten Leser zur kurzweiligen Unterhaltung. Den Übrigen zur baldigen Stärkung des womöglich geschwächten Humors. Nicht nur die Fotographen unter den Mitfahrern wissen das besondere Licht der Morgensonne zu schätzen. Diese bringt bereits die Seen der Probstei und die Augen der Aeronauten zum Leuchten. Das Feuer des Brenners entfacht die Begeisterung in den Herzen, die uns an den Himmel steigen lässt.

Diese Begeisterung wird gleich noch größer. Wir entdecken hinter Waldstreifen und Strand über den Fördefluten vor Laboe einen Kreuzfahrer, der geradewegs in den Kieler Hafen einläuft. Unsere Wege kreuzen sich an der wohl schmalsten Stelle der Förde. Zwischen dem Leuchtfeuer von Falkenstein und dem bewaldeten Hügel zu Kitzeberg. Beiden hilft Archimedes – unten wird Wasser und hier oben die Luft verdrängt. Die Kurse unterscheiden sich um jeweils 20 Grad von Richtung Süd. Also scheinen die Bedingungen für ein faires Rennen der ungleichen Fortbewegungsmittel gegeben zu sein. Doch nicht ganz fair ist dieser Wettstreit. Denn im Gegensatz zur Fahrt auf der Förde gibt es für die Fahrt darüber keine Beschränkung der zulässigen Geschwindigkeit. Und da auf dem Himmelsmeer aktuell 13 Knoten erreicht, unten jedoch 10 Knoten nicht überschritten werden dürfen, haben wir bald schon die Nase vorn.

Zwischen den Orten Rosenfeld und Flüggendorf gehen wir etwas tiefer. Während uns bisher die Klosterzinnen von Preetzerort wie magisch anziehen, geht die Reise nun Richtung Wakendorf. Bei näherer Betrachtung erweisen sich die angepeilten Stoppelfelder vor Retwisch als bestellt. Kurzentschlossen wählen wir zur sanften Landung ein gebräuntes Stoppelfeld direkt hinter dem Wald. Um nun die Landesfarben in ihrem Glanze zu erhalten, sind jetzt die Mitfahrer gefragt. Ausnahmslos der weibliche Teil der Insassen. Der zur erbaulichen Unterstützung der wackeren Ackerknappen und Korbschieber unten hier oben im Weidenkorb schwebend unverzichtbar sind. Dies mag auf den ersten Blick despektierlich klingen. Ist es jedoch beileibe nicht. Denn trotz der nennenswerten Distanz zur nächsten Wiese wird dank ihres tatkräftigen Zerrens und Stoßens sowie Schiebens und Ziehens selbst das Gold des Korbgeflechts bewahrt. Deshalb folgt anschließend die Verleihung des hochverdienten Adelstitels.

 

Andreas Kühl