Ballonfahrt Kiel – Schädtbek

Und nachdem gestern irgendwann die Frage aufkam, ob es eine „normale“ Ballonfahrt überhaupt gibt, finden wir vielleicht heute bei unserer Ballonfahrt Kiel eine Antwort. Los geht’s nah dem Autobahnkreuz Kiel West.

Noch ganz ordentliche Böen beim anblasen, da fährt über uns schon ein Kollege Richtung Kiel. Dann sind auch wir soweit: Startfessel los und leicht schaukelnd steigen wir auf, weit vor uns der andere Ballon. In etwa 500 Metern finden wir eine Drift, die uns genau Richtung Altstadt bringt. Wie bei einem Bilderbuch blättern wir von einer Seite zur nächsten und entdecken immer neue Facetten der Stadt. „Welcome to the port of Kiel“ in großen Lettern auf einem Dach am Kai, ein Gruß nicht nur für Kreuzfahrer. Etwas tiefer fahren wir an den Docks und Portalkränen vorbei in Richtung Schwentinemündung und allmählich wieder in südöstliche Richtung.

Von Flüggendorf ein Blick zurück auf die Skyline vor der tiefstehenden Sonne im Westen, was ist das Ziel? Große Wiesen rechts und links, Schädtbek voraus, dahinter ein kleiner Wald. Ventilzug, leicht streifen wir die Wipfel, der Ballon schon schwer, sinkt der Erde entgegen, gegenheizen, Stille. Kaum merklich setzt der Korb auf und kommt zum stehen. Hinter uns kommen schon die Verfolger aus dem Wald, ein wunderschöner Platz. Aber normal? Normal ist das nicht.
( „Ballonfahren, das ist als wenn der Liebe Gott Dich auf seine Hand setzt, hochnimmt und ganz sanft woanders wieder absetzt“ – Jo May)

 

Andreas Kühl