Ballonfahrt Kiel – Osterbek
20:58 Uhr: der Korb setzt sanft auf einer malerischen Wiese zwischen Bistensee und Damendorf in den Hüttener Bergen auf. Man könnte sagen „Der Adler ist gelandet“. Was jetzt noch kommt, ist die Angst des Ballonfahrers, nie mehr gefunden zu werden. Verständigung maximal 2, heute kein Telefon – beide an Bord – uns ist nicht zu helfen.
Und wenn man weiß, dass wir noch vor wenigen Minuten mit 20 Knoten über die Wellen vom Wittensee gesaust sind, kann es sich hier auch lediglich um Sensationstourismus handeln. Aber unsere Ballonfahrt Kiel beginnt auch heute wie so oft mit dem Start: ein heißer Tag, aber Seewind. Der Vorteil vom Seewind: Abkühlung. Der Nachteil vom Seewind: Seewind.
Manchmal böig, manchmal flott und alles im Erdgeschoss. Bunt gemischte Besatzung, der Start nur im Team möglich:
top: Nike, Beck (die Youngsters) und Timm (heute ohne Struppi, aber alle fit wie immer)
left: Wolle (the eagle), auch zuständig für das exakte Timing
right: Walt (Kirk Douglas Double); Aufrüsten nur mit ausreichender Oberbekleidung zulässig
fan: Eddie (the pirat), sonst unterwegs auf den Meeren Südostasiens, heute Maße u. Gewichte
basket: Nalida, Nadine (true support both) und Nike
Hey, gibt’s die zweimal??
Heute ein neuer, toller Startplatz (wahrscheinlich braucht’s noch ’ne Dekade Kiel, um auch die verstecktesten Geheimwiesen gezeigt zu bekommen). Nach dem Abheben haben wir bald unsere Reiseflughöhe und Geschwindigkeit erreicht. „’ne ECHTE 15-Knoten-Fahrt„, hätte der Digge gesacht. Also monstermäßig aufgepasst und das kleine Unterhaltungsprogramm gefahren. Flemhude: unser Spiegelbild muss sich ganz schön sputen. Heute alles zwischen klein und groß: klein Nordsee links, Groß Nordsee rechts; klein königsförde, Groß Königsförde. Vor Sehestedt geht’s über den Kanal. Hoch auf 2000 Fuß und die Häuser von Haby angesteuert (die Hälfte der Mitfahrer wohnt schließlich hier). Wieder tiefer: klein wittensee, Groß Wittensee. Schnelles Dorf!
Bei der Geschwindigkeit gibt’s in den Hügeln vor uns wohl keine geeigneten Flächen? Schleswig Kropp ist schon eingegeben, Schleiflandung auf der 27? … weit weit weg! Nah vor uns Pferde: Höhe halten mit dem Kuhbrenner – alles bleibt ruhig. Etwas weiter eine kleine Wiese mit großen Ballen davor, kleiner Wald mit großen Bäumen. Und wir: großer Ballon mit Karacho und leicht steigend. Kann DAS klappen??? Avanti dilettanti und immer bereit zum Durchstarten. Wald erreicht – leicht sinkend. Auf 100 Fuß geben wir 10 Knoten an die Luftwand vor uns ab – Gern gescheh’n! Hinter dem Wald abfangen, 2 Brenner – die Kiste steigt schon wieder – noch ein gefühlter Meter höher und wir werden einfach wieder abgesaugt! Auch false lift beginnt mit steigen!
Ventil, ungern aber notwendig, wieder heizen. 20:57 – 5 Knoten – Level – Ballon in Form, eigentlich war DAS die Landung. Was jetzt noch kommt: die Lücke im Knick nutzen, leicht steigen, um am Hügel aufzusetzen. 20:58, Grasspitzen. Es gibt Fahrten, da ist die Luft härter als die Erde. Pünktlich zur Taufe kommt noch die Landwirtin mit ihrer Tochter aus dem nahen Damendorf auf ein Glas Sekt vorbei.
Andreas Kühl

