Ballonfahrt Lübeck – Goldbek
Rückseitenwetter für unsere Ballonfahrt Lübeck. Rechtzeitig zieht eine Kaltfront nach Südwesten ab, zwar nur bis an die Elbe, aber wir sind auf der richtigen Seite. Die feuchte, bodennahe Luftschicht wurde komplett ausgewechselt. Sehr viel trockenere, etwas kältere Luft ist jetzt von Norden eingeflossen, das lässt gute Sichten erwarten. Die Böigkeit ist moderat und nach Thermikende (viel Thermik gab es wohl nicht, denn etwas abschirmende, mittelhohe und auch hohe Bewölkung ist noch da) lassen die Böen bald nach.
Während der erste Probeballon noch in Richtung 135 Grad, also genau nach Südwesten, verschwindet, kann die Ballonhülle schon fast nach Süden ausgelegt werden. Zum Abend ist sogar noch Nordostwind zu erwarten.
Als der Ballon steht, blitzt die Sonne durch eine Wolkenlücke und die riesige Hülle steht leuchtend orange über uns. Alle Mitfahrer sind zugestiegen und obwohl der ein oder andere im Laufe der Zeit sogar abgenommen hat, müssen trotzdem mehrere Einfamilienhäuser auf Temperatur gebracht werden. Kein Problem, ein Brenner hat bis zu 3000 PS (darunter kann man sich wenigstens etwas vorstellen) und selbst bei niedrigen Temperaturen ist es angenehm warm im Korb.
Langsam heben wir ab, hinter der Wakenitz die Dächer der Altstadt, unter uns viele Zuschauer, die aus dem Park den Start beobachten.
Fahrtrichtung 170, Einfahrt in die Kontrollzone genehmigt, der Luftdruck 1014. Wir fahren in Richtung Groß Gronau aus Lübeck hinaus und in 1500 Fuß können wir zurück über die Bucht bis Grömitz schauen. Voraus auch wieder Wasser: der Ratzeburger See – bei der derzeitigen Windgeschwindigkeit von maximal 10 Knoten kommen wir ungefähr bis zur Mitte.
Da momentan noch die Nordwestströmung vorhanden ist, fällt die Wahl auf das Ostufer und etwas tiefer finden wir sogar Kurs 159 Grad, etwas südlich von Utecht werden wir „wieder Land sehen“.
Am Platz macht ein Hubschrauber eine lange Landung auf der 25, auch das gibt’s. Werner kennt unseren Plan bereits, unten muss man sich rechtzeitig entscheiden, ob es an der Ost- oder an der Westseite des Sees entlanggehen soll. Doch jetzt dreht der Wind um etwa 30 Grad nach rechts und wir überqueren die Bahn am Aufsetzpunkt. Auch über 1000 Fuß haben wir jetzt Kurs 190. Fluginformation: eine Boeing im Anflug und bei A.O. sitzen sie in der ersten Reihe.
Neuer Wind, neuer Fahrplan: wir nehmen die Westseite.
Unter uns der Blankensee und bei nun unveränderter Richtung verlassen wir die Kontrollzone bei Groß Sarau. Jetzt wieder parallel zu B207 und Westufer erobern wir die bewaldeten Hügel vor Klein Disnack. An einer Waldkante noch ein Streifen Getreidestoppeln, eine Zufahrt und die Verfolger davor – besser geht’s nicht.
Andreas Kühl

