Ballonfahrt Lübeck – Altengöhrs

Ballonfahrt Lübeck am 03.10.2015

Aufgrund der frühen Startzeit und sicherlich auch des guten Wetters hat der Aufbau im Drägerpark heute geradezu Volksfestcharakter. Die Sitzplätze in den ersten Reihen sind bereits vollbesetzt, als wir eintreffen und je mehr wir ausladen, desto mehr wird der Ballonstart zur Hauptattraktion. Die musikalische Untermalung liefert eine Trommeltruppe, die wir geschickt und schnell in das Aufrüsten integrieren können. Zeitaufwendiger dagegen die Umplatzierung derjenigen Seeleute, für die unsere Absperrung offensichtlich nur dekorativen Charakter hat. Nach dem ansonsten ruhigen Anblasen des Ballones applaudiert die Zuschauermenge dem abhebenden Luftgetüm und Walter – mit 90 Jahren heute der Crew-Älteste – hüpft geradezu vor Begeisterung, als wir langsam über die Wakenitz driften.

Die Nordkomponente des Windes ist heute nur bodennah im Spiel und so haben wir anstelle einer Freigabe von Lübeck Turm die Türme der Lübecker Altstadt. Gegen die tiefstehende Sonne in der recht feuchten Grundschicht haben wir eingeschränkte Sichten, in der anderen Richtung dagegen präsentiert sich das Holstentor genau so, wie es sich für ein wehrhaftes Wahrzeichen gehört. Den alten Vergleichsfuffi  hat nach mehr als zwanzig Jahren gerade keiner griffbereit.

Wir steigen deutlich höher und mit der Südströmung oben folgen wir dem Verlauf der B206, so haben die Verfolger Gelegenheit aufzuholen, nachdem sie sich endlich aus dem Lübecker Straßenknäuel befreit haben. Für uns bietet die A20 eine gute Orientierungsmöglichkeit und bei Struckdorf gehen wir wieder tiefer und setzen unter den Blicken der Verfolger zur Landung an, doch bei näherer Betrachtung erweist sich das vermeintliche Stoppelfeld als bestellt, weiter geht’s und mit gut 10 Knoten überfahren wir den nächsten Wald und die anschließenden Feuchtwiesen. Was gestern noch Ballonien war, ist heute eine einzige Rapsmonokultur und eh wir uns versehen, geht es schon an den Raiffeisentürmen von Neuengöhrs vorbei.

Wir werden dahinter landen, der Hof-Katze unter uns, die erst doppelt so dick und dann etwa 10-mal so schnell wird, ist das völlig schnurz. Wir überqueren die letzte Straße, um auf dem Feld dahinter zu landen, als von den Verfolgern am Ende des Feldes noch ein Querweg entdeckt wird. Zusammen mit einer Spur zum Ablegen der Hülle und einer Kahlstelle am Rand ein top Landepunkt für eine Punkt-Landung.

 

Andreas Kühl