Ballonfahrt Holsteinische-Schweiz am 30. September 2025
Start von der Fegetasche in Plön, es ist noch recht böig und der Ostsüdostwind bollert fast ungehindert durch die Wipfel der hohen Bäume ringsum, nur am Boden ist es ruhig.
Allmählich werden die Böen seltener und wir versuchen unser Glück. Doch bereits beim Aufheizen dreht die gewaltige Hülle über den Sektor zwischen Auslege und Fahrtrichtung.
Die Mannschaft an der Kronenleine gibt wahrscheinlich alles, doch um solch ein Segel zu halten bräuchte es mehr als 120 Kilo und eine Hand. Mehr oder weniger bereitwillig folgen die drei der sich aufrichtenden Hülle auf ihrem Weg über die Wiese.
Doch aufgestellt heißt heute noch lange nicht prall. Und bis die tanzende Tüte über unseren Köpfen in eine einigermaßen passable Ballonform geheizt ist, gehen einige Liter Propan durch die Leitungen. Ventilzug – fertig – los und — Ruhe im Karton.
Erst einmal durchatmen und bald schon feststellen, dass dieses Ballonfahren eine überaus angenehme Art des Reisens ist. Hängt man erst einmal in der Luft, lässt man schon bald auch die Seele baumeln. Wohlbehalten in der Geborgenheit eines großen Weidenkorbes stehend, zieht die Landschaft unter einem her. Wer auch immer hält und wer auch immer zieht – die „Landschaft“ ist zunächst die Wasseroberfläche des Großen Plöner Sees, durchsetzt von ein paar meist grünen Inseln.

Doch auch unter der Oberfläche gibt es viel zu entdecken, vom Sonnenlicht durchflutet gibt der See scheinbar sämtlich Untiefen preis. Auch auf der Erde bleibt uns in der kalten klaren Herbstluft kaum etwas verborgen. Kalt ist es hier oben jedoch überhaupt nicht, denn abgesehen davon, dass die Brenner sicherlich auch als ordentliche Heizung durchgehen würden, ist es im Korb komplett windstill. Erst als wir zur Landung, weit hinter der A21 auf Wipfelhöhe sinken, gibt es wieder Gegenwind. Der bodennahe Wind ist allerdings etwas unstet und um die angepeilte Ecke des Stoppelfeldes zu treffen, müssen wir ganz ordentlich in die Trickkiste greifen. So nah am Gelände des „ LALA Festivals“, sind sicher auch kleine Luft-Kunst-Stücke gut platziert. Genauso gut wie der Korb, der schlussendlich unter den Augen der Verfolger, auf einer Ackerspur stehend seinen Platz gefunden hat.

